Philipp Maier

Heute möchte ich Dir jemanden vorstellen, der einen wesentlichen Teil zu diesem Projekt beigetragen hat. Ein Mensch, der in meinem Leben so einen wichtigen Platz eingenommen hat, dass kein Klebstoff dieser Welt mithalten könnte. Gut, das war vielleicht etwas darüber, aber es kommt dem schon sehr nahe. Es geht um Philipp Maier.

Ich möchte erzählen, wieso diese ungleiche Freundschaft so eng geworden ist und wieso Du Dir auch einen Kumpel suchen solltest, der Dich nervt*.

Angefangen hat alles an der Ostbayerisch-Technischen-Hochschule in Regensburg im Jahre 2016. Philipp hat irgendwas mit IT und ich mit Maschinenbau studiert. Eine katastrophale Zeit, in der wir weniger produktiv waren, dafür wussten wie man Party macht. Entsprechend hatten wir soziales Engagement gegenüber jedem entwickelt. Als Nebenprojekt habe ich mit einem Freund damals eine kleine Firma gegründet, wo wir uns auf Lasergravuren spezialisierten. Wir dachten, dass wir mit personalisierten Handyschalen die Welt verändern konnten und entsprechend verhielten wir uns damals auch so. Unsere unverblümte Überheblichkeit fand Interesse an denjenigen, die selbst kein Teil des Mainstreams wurden und so kam dann auch Philipp zu uns, weil er ein Werbegeschenk brauchte. Selbstverständlich haben wir den Auftrag schnellstmöglich erledigt und weil ich sowieso in Regensburg wohnte, fragte ich, ob ich die Handyschale direkt vorbeibringen konnte. Man versicherte mir, dass ich zu der WG kommen sollte – Wohnung (1).
Dort angekommen, war natürlich auch kein Philipp und ich gab die Schale ab, ging wieder. Allerdings hat Philipp Maier eine ganz besondere Eigenschaft für sich entdeckt, wo er es schaffte, so ziemlich jeden seiner Zeitgenossen in seinen Bann zu ziehen: Wertschätzung. 
Entsprechend schnell hatte ich dann auch eine Rückmeldung über die schnelle und tadellose Abwicklung.

*wenn er nicht nervt, nervt mich das auch…

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Tage kennen wir uns​

Wir haben uns getroffen, „ein Bier“ getrunken und festgestellt, dass wir uns gänzlich unterschiedlich sind, und zwar komplett. Die Erziehung, die Strukturen, das soziale Umfeld, die Freunde, die Wohnsituation, der Geschmack, Philosophie,… ich habe fast nicht verstanden, wieso wir uns eigentlich so gut verstanden haben, bis es mir klar wurde.

Philipp Maier ist alles, aber kein Dampfplauderer

Das ist ein Macher. Einer, der das auch zu Ende macht, was er sich vornimmt. Mir war das damals gar nicht wirklich klar, warum er so gehandelt hat, wie er das tat. Damals hatte er selbst ein Startup, dessen Namen ich nicht erwähnen möchte, mit einem Kollegen, dessen Namen ich vermutlich aus datenschutztechnischen Gründen auch nicht erwähnen sollte. Wir verstanden uns. Wir verstanden uns sogar so gut, dass wir das Biertrinken in Regensburg für uns entdeckt haben und wir unterhielten uns wie zwei Weiber beim Kaffeeklatsch.

Er zog irgendwann in Donaunähe in Wohnung (2) und von hier aus ging es mit den Ideen weiter. Im „Suff“ gibt es so viele großartige Ideen, die man machen hätte können, aber so gut wir uns verstanden und so konstruktiv die Gespräche auch waren, so sehr waren wir abgeneigt davon, das gemeinsam umzusetzen.

„Lass uns eine Bar gründen, in der man gleichzeitig seine Wäsche waschen kann“

Wir haben uns mit zwei Gastronomiebetreiber auseinandergesetzt und die Idee gepitcht, wie man so schön sagt. Der Plan war fast zu gut, um wahr zu sein. Damals waren reichlich Immobilien zur Verfügung gestanden, die Marktanalyse war ausgearbeitet und selbst ein Logo samt Domain standen schon parat. Geld? Selbst Geld war kein Problem, weil wir so sehr von der Idee überzeugt waren. Und währenddessen wir das vorgestellt haben, und wir waren echt verdammt gut vorbereitet, ist es uns wie Schuppen von den Augen gefallen: Wir arbeiten nicht zusammen!

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mal NEIN zu Ideen gesagt​

Seit dem ist daraus eine richtig dicke Freundschaft entstanden. Wir haben noch lange darüber gelacht und uns köstlich über die finanziellen Schwierigkeiten amüsiert, die wir dadurch hätten haben können. Dass wir uns die Blöße gegeben haben, war uns dann auch schon egal.

Genau dieser eine Moment, als wir feststellten, dass wir es besser lassen sollten, hat uns etwas vor Augen gehalten. Wir müssen miteinander reden. Jeder von uns hat Schwierigkeiten in der Kommunikation. Manche mehr und manche so gut wie gar nicht. Keiner ist perfekt. Das ist übrigens auch der Grund, weshalb es Bleistifte mit Radiergummi gibt.

Er ist derjenige, den ich frage, wenn ich nicht mehr weiter weiß. Sei es zwischenmenschlich oder arbeitstechnisch. Nie habe ich jemanden erlebt, der einem das Gefühl gibt, Anteil zu nehmen, obwohl er gar keine Bezüge zu dem Thema hatte. Mir ist das ab und an aufgefallen, als ich…ja auch Männer machen das…ihn in so manchen Beziehungsschwankungen fragen musste, was er davon hielt. Im Grunde habe ich nie eine Antwort von ihm erhalten. Er hat es immer geschafft, dass ich selbst die nötigen Entscheidungen fällen konnte und eine Art Selbstrelexion startete.

Ich habe ihn auch mal gefragt, wieso er mir nie zustimmte, wenn ich geladen zu ihm kam und ihm meine schlechte Stimmung auskippte, worauf er mal antwortete:

„Ich bin nicht da, damit ich dir alles schönrede. Du musst schon selbst damit klar kommen…“ – Philipp Maier

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Whatsappbilder im Verlauf

Im Jahr 2019, als Philipp Maier bereits seine Wohnung (3) bezog, haben ich ihm davon erzählt, dass ich hin und wieder einen Likör auf Rumbasis „ansetze“ (ein Prozess diverse Zusatzstoffe über mehrere Wochen miteinander zu verbinden – hoher Alkoholgehalt benötigt). Das habe ich überwiegend aus Spaß an der Freude gemacht und meinen Freunden oder bei Bikertreffen als Unterlage für einen gelungenen Abend genutzt. Das ist übrigens auch der Grund, weshalb man auf dem Label des BLK HDSN® 19 goldfarbene Punkte findet. Das war natürlich sehr exklusiv und vor allem rar gesäht.

Im Jahr 2020, ich glaube es war Mitte Mai, haben wir uns trotz der gesundheitlich stark bedenklichen Zeit zu einer Wanderung getroffen. Wir haben alle nur erdenklichen Vorsichtsmaßnahmen eingehalten, damit ja nichts passiert, weil uns dieses eine Wochenende, was lange Zeit vorher ausgemacht wird, absolut heilig macht. Da kann selbst ein Virus nichts daran hindern. Hätten wir damals gewusst, dass es noch solche Ausmaße annehmen wird, hätten wir aus den zwei Tagen vermutlich gleich zwei Monate gemacht, aber im Nachhinein ist man immer schlauer. Auf alle Fälle hat Philipp Maier mir dann in Eck bei einem Bergaufmarsch…es waren viele Berge…weil Philipp ja unbedingt den 12-1.000er machen wollte…endlich in den Arsch getreten und mich gefragt, wieso ich denn diesen Black Hudson denn nicht endlich mal auf den Markt bringe.

Das Gespräch lief in etwa so ab:

Ich: „Ich mache das doch auch nur aus Spaß so nebenbei.“
Er: „Ja und? Wie glaubst du haben denn andere angefangen?“
Ich: „Keine Ahnung? Papa hat Geld – Ich mach, was ich will?!“
Er: „Crowdfunding!“
Ich: „What?“
Er: „CrowdFUNDING!“
Ich: „WAS IST DAS?!“
Er: „Es gibt Leute, die spenden Geld an innovative Firmen und als Gegenleistung erhalten sie meistens eines der ersten Produkte.“
Ich: „Ich glaube dir kein Wort.“
Er: „—„
Ich: „Gut, ich mach´s, sobald ich wieder zu Hause bin.“

Ja und dann war es so weit. Natürlich musste man die Werbetrommel etwas ankurbeln, aber im Endeffekt wurde hier ganz schön etwas bewegt. Danke noch mal.

Damit konnte ich ein Label designen lassen und sogar schon ein Teil der ersten Charge produzieren lassen. Was für ein wahnsinnig tolles Gefühl. Andere, völlig wildfremde Leute, haben plötzlich an mich geglaubt. Das war schon ein phänomenales Gefühl.

Ein Shop musste her. Einer, der kurz umschreibt, was dieser neuartige Likör ist, den es eigentlich schon ziemlich lange gibt. Und natürlich habe ich den Netzwerker meines Vertrauens gefragt: Philipp Maier

In der Hoffnung, dass er jemanden kennt, der eine Homepage bauen kann…er hat es selbst gemacht. Damit hat er sich wohl in der Studienzeit etwas über Wasser halten können. Gesagt – getan. Ein Shop wurde kurzerhand hochgezogen, ich habe mich um Bilder und Content gekümmert, fertig. Ich bin mit meinen ersten Lieferungen allerdings sehr schnell an meine Grenzen gekommen und entsprechend schnell war das Lager (die Garage) voll. Wieder fragte ich Philipp Maier, ob er wen kennt und natürlich hat er mir weitergeholfen. Letztendlich bin ich bei World of Less gelandet, einem hervorragenden Fulfillment-Dienstleister nähe Landshut. 

Ab da an war es dann einfach: Sobald eine Bestellung eintrifft, wird automatisiert eine Benachrichtigung an das Lager geschickt und die Flasche/n gehen direkt in den Versand. Ich muss also nicht bei Wind und Wetter mit dem Rad zur Tankstelle fahren und die einzelnen Pakete abgeben, die ich mühevoll mit Zeitungspapier gefüllt habe. Das ist wesentlich eleganter und spart Zeit und Nerven. Kostet zwar Geld, aber das ist wertvoll investiert in lokale Arbeitnehmer.

mal schnell per WhatsApp geschrieben - passt aber wie Faust aufs Auge

Wer schon jemals eine Homepage betrieben hat, der weiß wie viel hier schiefgehen kann. Updates, die ständig das Template zerschießen, streng einzuhaltender Datenschutzkram, zu kleine Textbausteine, Sonderwünsche, Farbänderungen, Verlinkungen, Suchmaschinendreck, Geschwindigkeit der Homepage, Webshopprobleme, Formatierungen, nicht funktionierende Kontaktformulare

 

Wenn ich alles, was ich Philipp Maier jemals gebeten habe, bezahlen hätte müssen, wäre ich jetzt hoch verschuldet. Er sagt zwar immer, dass es ein ehrenamtlicher Freundschaftsdienst ist, aber hiermit möchte ich allen Menschen da Draußen Danke für das alles hier sagen. Ohne Dich wäre das hier nicht möglich gewesen, ohne Dich gäbe es nicht diese vielen Ideen und Möglichkeiten. Ohne Dich hätte ich nicht so einen wunderbaren Freund in meinem engen Freundeskreis.

sorry

Es gibt so viele Wege Philipp Maier zu erreichen, aber hier sind die Schnellsten. Und wenn es nur ein paar nette Worte sind, es lohnt sich immer so einen Menschen in seiner Nähe zu haben. Sowohl für das Netzwerk, als auch für die Seele.